Geburtsbericht: Hausgeburt nach Kaiserschnitt I HBAC I Geburtsfotografie in Freiburg


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Erstes Kennenlernen nach der Geburt
"Oh, Isabell, ich bin so froh, die Fotos zu haben. Ich kann es immer noch nicht glauben und suche ständig die OP-Wunde..."

So erreichte mich am Tag nach der Geburt eine Nachricht der Mutter, deren emotionale Hausgeburt ich am Abend zuvor als Geburtsfotografin begleiten durfte. Nach ihrer ersten Geburt, die für sie ein traumatisches Erlebnis war, war die Freude über ihre Hausgeburt nach Kaiserschnitt (HBAC=homebirth after cesarean) auch in ihren Zeilen am Folgetag noch zu spüren. Ganz besonders freue ich mich daher darüber, heute ihren Geburtsbericht mit Euch teilen zu dürfen und hoffe, dass ihre Geschichte auch Euch Mut schenkt.


Hier seht Ihr die Geburt als Slideshow:



Hinweis: Die hier veröffentlichten Geburtsberichte sind die persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen der Gebärenden. Bitte beachtet, dass Geburten sehr individuell verlaufen und die Berichte nicht die Beratung von geburtshilflichem Fachpersonal ersetzen.



Traumgeburt nach Traumageburt


2019 kam unsere Tochter nach 35 Stunden Wehen schließlich per Kaiserschnitt zur Welt. Bis

heute kann ich leider nicht sagen, dass ich sie geboren habe, was für mich sehr schmerzhaft ist.


Auch damals hatten wir eine Hausgeburt geplant und fühlten uns bestmöglich vorbereitet (u. a. mit Hypnobirthing und Bauchtanz). Die ersten 25 Stunden hatten wir eine wunderschöne

Wehenzeit gemeinsam mit unserer Hebamme und einer sehr guten Freundin zu Hause. Doch auf

Grund eines fehlenden Geburtsfortschritts gingen wir schließlich auf Anraten der Hebamme in die Klinik. Zu Hause hatten wir alles Erdenkliche ausprobiert, die Mittel waren ausgeschöpft. In der Klinik probierten wir dann vor allem auf medizinische Weise einiges aus, u. a. PDA und Wehentropf. Im Nachhinein kann man aber sagen, dass die Interventionen zum Teil schief bzw. – wie die Klinik sagte – „nicht optimal liefen“. Der Muttermund öffnete sich zwar auf 9-10 cm, doch unsere Tochter kam einfach nicht weiter runter. Einen genauen Grund wusste keiner.


Die Geburt war für mich nicht annähernd so schmerzhaft und zerreißend wie die darauf folgenden 2,5 Jahre. Das Ereignis ließ mich nicht los, es holte mich ständig ein, es belastete mich und war eigentlich immer irgendwie präsent, der erste Geburtstag war der Horror. Ich gründete die Kaiserinnen-Selbsthilfegruppe für Frauen nach Kaiserschnitt, begann eine Therapie und versuchte mit Gesprächen, Ritualen und Büchern das Erlebte zu verarbeiten und die Enttäuschung irgendwie anzunehmen.


Ich hoffte auf eine Heilung durch eine zweite Geburt. Dass diese dann meine absolute Traumgeburt zu Hause wurde, hatte ich mir zwar von ganzem Herzen gewünscht, mich aber nicht getraut in ernsthafte Erwägung zu ziehen. Die erneute Geburtsvorbereitung war vermutlich genauso anstrengend und schmerzhaft wie die Geburtsverarbeitung der ersten Geburt. Umso glücklicher bin ich nun und kann endlich meinen Frieden finden!


Am Tag der Geburt wachte ich wie jeden Morgen um 5 Uhr mit einer Welle auf. Ich ging wie immer schlaftrunken zur Toilette und wollte mich anschließend wieder schlafen legen. Erst zurück im Bett bemerkte ich einen kleinen nassen Fleck im Laken. Ich wurde ganz aufgeregt, der Versuch wieder zu schlafen misslang und ich weckte meinen Mann auf. Er war wie immer entspannt und wollte wieder schlafen. Ich versuchte mich mit einer Serie abzulenken und beantwortete Nachrichten vom Vortag. Immer mal wieder kamen die üblichen Wellen, die ich bisher ja auch schon -- vor allem in den Morgenstunden -- kannte. Um 7 Uhr kam dann schließlich eine etwas stärkere Welle und ich spürte ein großartiges Ploppen im Bauch. Was für ein Gefühl! Nach der Welle merkte ich wie das Fruchtwasser zu fließen begann. Ich eilte ins Bad, zog mich aus und stand in der Badewanne. Es lief und lief. Die Euphorie, die ich bei Geburtsbeginn erwartete, war nicht da. Es waren aber auch keine Ängste oder Sorgen da. Eigentlich war so ziemlich nichts da. Und das war schon sehr seltsam. Mir wurde plötzlich klar, dass ich nun eine -- für mich sehr große -- Aufgabe hatte, und zwar mental loszulassen. Zum Einen musste ich akzeptieren, dass ich nun alles, was ich bis zur Geburt noch erledigen wollte, wie Geburts- und Kliniktasche packen, Affirmationen und Musik aufnehmen, Checklisten schreiben, das Wochenbett vorbereiten (die ganzen Babyklamotten waren noch im Keller!) und vieles mehr, nicht mehr machen konnte und zum Anderen musste ich die kommenden Stunden jetzt einfach so annehmen, wie sie nun mal kommen würden! Das bedeutete die Kontrolle abzugeben und meinem Körper, meinem Kind, der Natur, meinen GeburtsbegleiterInnen und schließlich dem Schicksal vertrauen!


Mein Mann brachte unsere Tochter erstmal in den Kindergarten und ich begann zu

organisieren. Meine Schwiegermutter, die Hebamme, meine Freundin und Isabell mussten informiert, Termine für die ganze Woche abgesagt und die Wohnung für die Geburt vorbereitet

werden. Auch wenn ich immer neugierig war, wie sich wohl ein Blasensprung anfühlte, war dies eigentlich der Geburtsbeginn, den ich mir am wenigsten gewünscht hatte.


Ab jetzt tickte die Uhr, das Baby musste nun in einem bestimmten Zeitfenster da sein. Somit brauchte ich auch einige Zeit, um meiner Hebamme davon zu berichten. Ich rief sie schließlich als letztes an. Als sie dann am Morgen um ca. 9 Uhr zu uns kam, war auch relativ schnell das Thema „Klinik“ im Gespräch. Es frustrierte mich zutiefst. Die Geburt hatte noch nicht mal richtig angefangen und schon stellte sich die Frage, wann wir in die Klinik gehen müssten. Die Hebamme rief in meiner Wunschklinik an und vereinbarte, dass wir am Abend kommen würden, falls bis dahin keine Geburtswehen einsetzen würden. Ich hatte das Gefühl, keiner glaubte an meine natürliche Geburt und schon gar nicht zu Hause. Doch ich sträubte mich innerlich, diesen tiefen Wunsch jetzt schon aufzugeben. Ich sagte zu meiner Hebamme, das Problem würden nicht fehlende Wehen sein, das Problem wird sein, dass mein Kind eventuell wieder nicht ins Becken kommt. Und die Untersuchung der Hebamme bestätigte leider, dass das Kind zwar mit Kopf nach unten lag, aber bisher nicht im Becken war. Mit Hilfe unserer Puppe „Lisa“ zeigte sie mir, wie mein Baby im Moment lag und wie es sich ins Becken drehen müsste. Das Einzige, dass ich machen konnte, waren kleine Beckenkreise und die Visualisierung des Kindchens, wie es sich ins Becken drehte. Wir machten noch eine gemeinsame Traumreise und dann ging unsere Hebamme. Wir vereinbarten, dass wir uns am Nachmittag melden würden bzgl. des Kliniktermins und dass sie gewiss noch ihre Runden im Schwimmbad ziehen könne. So schnell würde mein Baby schon nicht geboren werden, sagte ich, ich war ja schließlich „Erstgebärende“.


Also richtete ich die Wohnung her. Der Pool, das Seil, die Matte, der Ball und viele weitere Kleinigkeiten wurden bereit gestellt. Mein Mann schickte ich noch los, um Teelichter und Studentenfutter einzukaufen. Am Morgen schrieb mir zufällig meine befreundete Hebamme, dass sie heute Zeit hätte für eine weitere geburtsvorbereitende Akupunktur. Ich rief sie mit den Worten „Du bist mein Engel“ an und bat sie vor allem um beruhigende sowie mutmachende und natürlich wehenanregende Nadeln. Nachdem mein Mann und ich - wie schon bei der ersten Geburt - Pizza zur Stärkung aßen, kam sie. Mit ihrer außergewöhnlich fröhlichen Art und so viel Zuversicht war sie genau die Richtige für diesen Tag. Sie machte mir meine letzte Akupunktur und noch wichtiger richtig viel Mut! Sie war begeistert von „meinem Kreißsaal“, gab mir einen letzten Crashkurs in Sachen Atmung und Haltung am Seil und vor allem richtig, richtig viel Hoffnung, dass mein Kind mit den Wehen ins Becken kommen würde. Noch während die Nadeln in meinem Körper steckten, kamen zwei kräftige Wehen. Während der zweiten Wehe zog sie schnell die Nadeln raus, denn ich musste mich aufsetzten und mich -- wie damals auch schon -- übergeben. Mein Mann lachte und meinte: „Nun war die Pizza wieder umsonst“. Wir verabschiedeten uns, denn irgendwie war jetzt Allen klar, dass es nun losging.


Es war 16 Uhr. Ich verbrachte noch ein paar Wehen im Vierfüßlerstand auf der Matte im Wohnzimmer und äußerte dann den Wunsch nach der Badewanne. Die Wehen waren viel intensiver als ich sie von der ersten Geburt in Erinnerung hatte. Im Nachhinein denke ich, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Trance war, denn mein Gehirn war noch ziemlich beschäftigt, vor allem mit negativen Gedanken. Ich dachte: „Drei Tage werde ich diese Wehen dieses Mal nicht aushalten und wenn es eh ein Kaiserschnitt wird, habe ich eigentlich keine Lust auch nur eine weitere dieser intensiven Wehen zu verarbeiten“. In der Badewanne angekommen, war ich dann aber wohl in dem gewünschten Trancezustand angekommen, so dass ich ab diesem Moment zum Glück keine Gedanken, schon gar keine negativen, mehr hatte.


Nach nur 30 Minuten waren die Wehen so intensiv, dass ich das große Bedürfnis verspürte Isabell, die Hebamme und meine Freundin anzurufen. Ich brauchte weitere Unterstützung! Mein Mann rief Isabell an, diese war auch die erste, die um ca 17:10 Uhr ankam. Am Telefon hatte sie mich gehört und befürchtete wohl schon, zu spät zu kommen.


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Fast unbemerkt, kam sie leise ins Bad geschlichen und sprach nur mit meinem Mann flüsternd. Ich bekam dies zwar irgendwie mit, aber irgendwie auch nicht. Doch es war einfach schön ihre Anwesenheit zu spüren, auch wenn ich sie eigentlich nicht wirklich bewusst wahrnahm. Ich erinnere mich an einen Moment, in dem ich sie mit einem kurzen klaren Blick anschaute und überrascht war, wie schön sie gekleidet war. Als wäre sie auf einem Geburtstagsfest! Was es ja dann schließlich auch war!


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Im Nachhinein erfuhr ich, dass Isabell sich darum kümmerte, auch meine Freundin zu informieren. Die kam gerade von ihrer Fortbildung und fragte ob sie noch nach Hause könne, um sich umzuziehen. Isabell bat sie, sich zu beeilen. In der Zwischenzeit rief unsere Hebamme zurück. Mein Mann sagte nur: „Bitte komm“. Einige Minuten später rief sie nochmal verwundert an und fragte, ob es schon los ginge oder ob wir uns nur wegen der Klinik besprechen wollten. Mein Mann antwortete: „Wir sind mittendrin“. Um ca 17:30 Uhr kam auch sie in das kleine Bad zu uns. Es tat so gut nun beide -- meine Hebamme und meinen Mann -- an meiner Seite zu spüren.


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Beide waren mit vollem Körpereinsatz dabei und drückten meinen unteren Rücken, gaben mir ihre Arme, damit ich meinen Kopf auflegen konnte und streichelten mich. Es war ein wunderschönes Gefühl, die Wange meiner Hebamme an meiner zu spüren. So eine wärmende und innige Nähe! Sie erinnerte mich an unsere Traumreise vom Morgen und ermutigte mich, diese zur mentalen Unterstützung zu nutzen. Nach kurzer Zeit fragte sie mich, ob sie mich untersuchen dürfte. Ich brauchte einige Zeit und einige Wehen, um dies zuzulassen. Es war für mich sehr wichtig, den richtigen Zeitpunk selbst wählen zu können. Ich musste bereit dafür sein und dies dauerte kurz. Die Phasen zwischen den Wehen sollten gut eingeteilt werden und noch wichtiger, ich musste mental bereit für das Ergebnis dieser Untersuchung zu sein. Sie sagte mir am Morgen, wie auch schon in der ganzen Schwangerschaft, kräftige Wehen ohne Geburtsfortschritt würde sie sich nicht lange zu Hause anschauen. Die Belastung der Kaiserschnittnarbe könnte zu groß werden. Da der Grund des vorherigen Kaiserschnitts ein fehlender Geburtsfortschritt war, war die Angst dementsprechend groß, dies wieder zu erleben. Und in meiner Wahrnehmung waren diese Wehen kräftige Wehen.


Sie wartete und untersuchte schließlich. Vermutlich durch die wohl eher ungünstigen Untersuchungsbedingungen und vor allem auch auf Grund meiner Vorgeschichte äußerte sie überrascht, dass der Muttermund bereits 7 cm offen sei. Ich konnte es kaum fassen. Ich glaube, niemand im Raum konnte es! Nach nur einer Stunde! Ich fragte ob es nun zu spät für einen Kaiserschnitt sei. Dies war für mich der größte Wunsch, dass ich an den Punkt der Geburt gelangen würde, an dem kein Kaiserschnitt mehr möglich und nötig sei. Sie lachte und lächelte mich mit einem intuitiven„Ja“ an. Doch sie korrigierte sich gleich darauf, dass sie mir nichts versprechen könne.


Als meine Freundin schließlich ebenfalls um kurz nach 18 Uhr ankam, waren nun fünf

Personen in dem kleinen 8m² Badezimmer anwesend. Die Luftfeuchtigkeit war entsprechend unangenehm, was ich selbst natürlich nicht wahrnahm. Isabells Kamera beschlug wohl

durch die hohe Luftfeuchtigkeit und auch die Hebamme meinte, wir müssten die Tür nun auflassen, sonst bekämen wir bald keine Luft mehr. Bei jedem Türöffnen wurde mir allerdings kalt und ich schnauzte die anderen an, die Tür müsse schnell wieder geschlossen werden. Mit einem warmen Handtuch über die Schultern akzeptierte ich schließlich das Lüften. Meine Freundin löste schließlich meinen Mann ab und ich konnte seinen Arm loslassen, damit er das Wasser für den Pool im Wohnzimmer einlassen konnte.


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In der Zwischenzeit überraschte mich eine sogenannte Presswehe. Eine unendliche Kraft durchflutete meinen Bauch, sodass sich die Bauchmuskeln mit einer enormen Kraft zusammenzogen, ohne dass ich dies steuern konnte. Ich war total perplex und wusste nicht, was mein Körper da plötzlich von alleine machte. Aber es fühlte sich unglaublich gut an! Zudem waren die Rückenschmerzen, die ich bisher in den Wehen hatte, mit dieser neuen Art von Wehe weg. Die zwei verschiedenen Arten von Wehen wechselten sich noch eine Weile ab.


Vermutlich waren alle erleichtert, als wir dann gemeinsam „umziehen“ konnten. Meine Beine schliefen zeitweise ein oder verkrampften sich, da ich nun 2,5 Stunden seitlich zum Wannenrand gesessen hatte. Auch hier war es für mich wichtig, den Zeitpunkt selbst frei wählen zu können. Es dauerte einige Wehen bis ich die richtige Pause erwischte, um aus der Wanne zu kommen. Die Wehenpausen waren bereits so kurz, dass ich es nicht in einer Pause zum Pool schaffte und so verarbeitete ich eine Wehe auf halber Strecke am Esstisch.


Im Pool angekommen, machte sich ein unendlich schönes Gefühl in mir breit.


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Frisches, warmes Wasser umgab mich. Ich hatte so viel Platz um mich herum und ich konnte mich nun ausstrecken und auf den weichen Rand des Pools legen. Mein Mann konnte jetzt auch mit ins Wasser und bequem von hinten den Rücken streicheln, massieren und drücken.


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Im Pool übernahmen die Presswehen den Prozess komplett, was sich als super angenehm erwies. Endlich nicht mehr diese zerreißenden Rückenschmerzen! Nach und nach kontrahierte ich auch bewusst die Bauchmuskeln. Wahnsinn, welche Kraft ich entwickeln konnte. Alles intuitiv mit einer Art Urinstinkt?! Keiner leitete mich an und schon gar nicht mein eigener Kopf. Eigentlich wusste ich nicht, was ich machte und ich machte mir auch keine Gedanken darüber, was ich am besten machen sollte oder könnte. Das war wirklich sehr untypisch für mich.


Auch hier war es ein unglaublich schönes Gefühl in den Armen meiner Lieben zu sein. Diese

bedingungslose, absolut ehrliche und innige Zuneigung und Liebe zu spüren, ist wunderschön und kenne ich wirklich nur aus meinen Hausgeburtsphasen.


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Die Hebamme untersuchte noch ein zweites Mal, dieses Mal mit weitaus besseren Untersuchungsbedingungen. Auch danach fragte ich, ob der Kaiserschnitt nun zu spät sei. Ich merkte, wie alle lachten. Die Frage war wohl überflüssig, denn allen war klar, das Köpfchen würde gleich kommen! Ich brauchte nochmals diese verbale Bestätigung und ich bekam sie! Ich weinte vor Glück!


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Die Hebamme ermutigte mich, nun wieder hin zu spüren. In der Badewanne war der Kopf noch weit oben, sodass ich ihn kaum tasten konnte. Nun im Pool konnte ich ihn mühelos spüren. Ich ließ meine Hand nicht mehr vom kleinen Köpfchen ab und konnte die Kraft der Wehen nun auch mit der Hand wahrnehmen.


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Mit jeder Wehe spürte ich genau, wie das Köpfchen weiter runter kam. Es war wundervoll! Plötzlich fühlte ich, wie die kleinen Härchen im Wasser hin und her „wehten“. Innerlich musste ich grinsen. Wie schön sich die Haare im Wasser anfühlten!


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Kurze Zeit später sagte mir meine Hebamme, dass ich als Nächstes ein Dehnungsgefühl spüren würde. Da war es auch schon. Es dehnte und spannte. Ich schaute besorgt zu Hebamme hoch und sagte, dass das Köpfchen ganz rauskäme, aber es ist noch mit so viel Haut von mir umgeben sei. In diesem Moment dachte ich, ich würde komplett reißen. Das würde nicht halten. Die Hebamme war aber zuversichtlich. Sie gab mir Anweisungen, wie ich atmen konnte, wenn es mir zu schnell ginge. Ich setzte es gleich in die Tat um, ohne nachzudenken. Schließlich richtete ich mich etwas auf, um mein Baby ganz zu gebären.


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Und dann kam es. Es kam aus mir heraus! Nach nur 3,5 Stunden! Ich nahm es gemeinsam mit der Hebamme aus dem Wasser und lies mich mit dem Baby auf der Brust in die Armen meines Mannes fallen.


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Ich konnte mein Glück nicht fassen. Ein Tsunami an Freudentränen überrollte mich! Ich weinte und weinte und konnte einfach nicht aufhören. Es kam alles aus mir heraus.


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Eine „Kaiserin“-Freundin sagte hinterher zu mir, dass Freudentränen kein Ausdruck von Freude seien, sondern Ausdruck von dem ganzen Leid vor dem freudigen Ereignis. Und all das Leid aus den letzten 2,5 Jahren weinte ich mir von der Seele. Die Tränen begleiteten mich vor allem in den ersten Tage des Wochenbetts!


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Die Nachgeburt konnte ich kaum erwarten, ich wollte nun endlich fertig sein. Die Hebamme meinte, ich müsse geduldig sein, aber ich könne sie ja bitten zu kommen. Scherzhaft bat ich sie nun zu kommen und dann kam auch schon die Wehe. Unglaublich! Das war der erste Moment, in dem ich zwischen den ganzen Freudentränen endlich mal lachen konnte.


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Nach einiger Zeit zogen wir schließlich aufs Sofa um und sofort musste ich wieder vor Glück und Erleichterung weinen.


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Ich sagte noch zu meiner Freundin: "Ich weine so viel. Es wird bestimmt keine Fotos geben, auf denen ich nicht weine." Sie lachte.


Schließlich wurde unsere „Große“ nach Hause gebracht. Es war ein richtiges Glitzern in ihren Augen zu sehen.


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Leise und voller Spannung schlich sie zu uns ins Wohnzimmer. Es war eine ganz besondere Stimmung, als wäre das Christkind da gewesen! Sie streichelte ganz vorsichtig ihr kleines Brüderchen und war von der ganzen Stimmung verzaubert. Alles war so schön! So schön, dass mir wieder die Tränen kamen!


Plötzlich hatte ich das dringende Bedürfnis meine Freundin, die mich bei der ersten Geburt begleitete, anzurufen.


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Weinend rief ich sie an und versuchte ihr zu erklären, dass ich gerade meinen Sohn aus eigener Kraft geboren hatte. Sie war total überrumpelt, hatte doch erst in ein, zwei Wochen mit der Geburt gerechnet und war sehr erleichtert als sie endlich verstand, dass ich vor Glück weinte - sie weinte gleich mit!


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Die Hebamme versorgte uns schließlich weiter. Ich glaubte ihr nicht, dass ich nicht gerissen war. Während der Geburt konnte ich mir nicht vorstellen, dass dies alles halten solle. Doch es war alles intakt. So ein Wunder die Natur! Ich schnitt die Nabelschnur selbst durch und vollbrachte somit selbstbestimmt und eigenständig die letzte und endgültige Entbindung zwischen

mir und meinem Kind.


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