© ISABELL STEINERT FOTOGRAFIE. Impressum - Datenschutzerklärung

  • Isabell Steinert

Geburtsfotografie Freiburg: Fotoausstellung zum Gebären und Stillen - Diakoniekrankenhaus Freiburg

Updated: Jan 17

Am Freitag war es soweit, meine Fotoausstellung zum Thema Gebären und Stillen wurde anlässlich der Weltstillwoche im Diakoniekrankenhaus in Freiburg eröffnet. Ich war wahnsinnig aufgeregt und freute mich schon riesig darauf.


Ein großes Dankeschön an das Team des Diakoniekrankenhauses, an alle Gäste, die zur Vernissage kamen, und an Saal-Digital, die die Ausstellung mit unterstützt haben. Das größte Dankeschön gilt aber den Familien, die mir erlauben, ihre Bilder zu zeigen, von denen ich so viel über Geburt gelernt habe! Wer die Fotos sehen möchte und sich von diesen wunderbaren Frauen und ihrer Stärke inspirieren lassen möchte, kann die Ausstellung noch bis zum 29.12.2017 im 4. Stock des Diakoniekrankenhauses in Freiburg besuchen.


Hier ein paar Impressionen von der Eröffnung:



Dr. Monika Gerber eröffnete die Ausstellung mit Worten zum Stillen und Gebären und erwähnte in diesem Zusammenhang auch, wie wichtig gute Erfahrungen für die Familien seien und wie das Team am Diakoniekrankenhaus in Freiburg zusammenarbeite, damit Frauen selbstbestimmt gebären können und in ihren Anfängen als Familie auch in dem Bereich Stillen die bestmögliche Unterstützung bekommen sollen.


Die Rede von Hebamme Susanne Henzler hat mich besonders berührt und mal wieder daran erinnert, wie wichtig die Arbeit doch ist und welch eine großartige Berufung der Beruf darstellt. Sie war so nett und hat mir ihre Rede geschickt, sodass ihr diese hier lesen könnt:


Als mich Isabell Steinert im Sommer angeschrieben hatte und mich kennenlernen wollte, dachte ich zuerst, für was bitte brauchen wir jetzt auch noch Geburtsfotografie? Trotzdem war ich neugierig und habe ihre Seite gegoogelt. Die Bilder, die ich auf ihrer Seite fand, haben mich direkt angesprochen. Bei unserem „Kennenlerntreffen“ wurde mir schnell klar, Isabell hat verstanden, um was es beim Gebären geht.

Um was geht es aber tatsächlich beim Gebären?

Gebären bedeutet, dass Frauen mit Ihrer Kraft und Energie, in enger Verbindung mit Ihrem Kind den Weg der Geburt gemeinsam gehen. Idealerweise gestützt und getragen von nahestehenden Menschen.

Jede Geburt hat einen eigenen Plan und eine eigene Dynamik. Jede Geburt benötigt Vertrauen und Mut. Gebären bedeutet ein enges Band zwischen Mutter und Kind zu knüpfen, dieses besondere Band knüpft sich durch die Geburt von selbst und hält ein Leben lang.

Und all dies drücken die Bilder von Isabell Steinert aus.

Als wir die Bilder von Isabell Steinert gestern ausgepackten, wusste ich für einen Moment wieder so genau, warum ich Hebamme geworden bin! Ich bin Hebamme, weil es ein unglaubliches Geschenk ist, Familien in diesem großartigen Moment begleiten zu dürfen. Und dieses Glück hat Isabell Steinert so unglaublich schön in ihren Bildern eingefangen.

Die Bilder allerdings zeigen nicht nur entspannte und glückliche Frauen, Männer und Kinder. Die Bilder zeigen auch die Anstrengung, die Gebären mit sich bringt. Sie zeigen die Kraft und den Mut den das Gebären benötigt. Wir haben gestern durchaus kontrovers diskutiert, können wir diese kraftvollen Bilder überhaupt zeigen?


Wenn wir unseren Blick für einen Moment zu sportlichen Ereignissen wenden. Dann wissen sie, vielleicht sind sie auch selbst schon mal mit dabei gewesen, ein Marathon oder auch eine Radtour auf den Feldberg, beides ist unglaublich anstrengend. Sie bereiten sich auf so eine Tour oder einen Lauf vor, sie trainieren und sie wissen auch, dass wird anstrengend, vermutlich wird es Sie an ihre Grenze bringen. Und ganz sicher werden Sie während des Laufes oder der Tour irgendwann bereuen, angetreten zu sein. Vor allem dann wenn der Berg sehr steil ist.

Am Ende auf dem Gipfel oder im Zieleinlauf werden sie dann belohnt, vielleicht durch einen gigantischen Blick, die Medaillenübergabe und vor allem ihr Gefühl es geschafft zu haben. Vermutlich wird aber auch das Gefühl der Anstrengung und auch der Verzweiflung zwischendurch immer in ihrer Erinnerung bleiben, aber sie werden auch immer sehr stolz sein auf Ihre Leistung, stolz an Grenzen gewesen zu sein und diese Grenzen überwunden zu haben.


Wichtig und richtig ist es, an dieser Stelle aber auch zu sagen, dass wir Hilfe beim Gebären in Anspruch nehmen dürfen, weil sich unsere Medizin so unglaublich gut entwickelt hat. Hilfe dann nämlich, wenn der Weg am Berg zu steinig oder zu steil ist. Ich als Hebamme bin mehr als dankbar, dass wir dabei heute so viele Möglichkeiten haben. Ebenso wie bei der Wanderung, wenn wir ein Stück bei der Wanderung den Sessellift in Anspruch nehmen oder beim Marathon, wenn wir in eine Not kommen, sodass der Krankenwagen uns über die Ziellinien fahren muss, wie es einer Kollegin von mir einmal passiert ist.

Ich denke:

JA, wir müssen diese eindrücklichen, kraftvollen, auch angestrengten, aber wunderschönen und intime Bilder zeigen.

Um zu zeigen, so ist Gebären. So kraftvoll, so anstrengend, so anmutig. Um vielleicht selber den Mut, den diese Aufgabe an uns als Begleiter fordert, nicht zu verlieren.

Aber, und das ist vor allem wichtig, zu zeigen: Gebären ist das Normale, Gebären können wir Frauen, Gebären ist die erste große Aufgabe die eine Frau mit ihrem Kind hat, Gebären knüpft so einfach ein Band zwischen Mutter und Kind. Und deshalb müssen wir als Betreuer in den Geburtskliniken und als Gesellschaft den Frauen nur immer wieder sagen:

Kaya Mo Yan – Du kannst das! Der Titel unserer Ausstellung


Nach den bewegenden Worten von Susanne Henzler, durfte auch ich noch von meinem Weg in die Geburtsfotografie berichten, und davon, wie mich dieses unglaubliche Ereignis immer wieder berührt. Lest selbst:


Die letzten Tage habe ich mir immer wieder überlegt, was ich in meiner Rede sagen möchte, habe Zitate herausgesucht, die über die Schönheit und Stärke von Frauen unter der Geburt sprechen, und das ist alles richtig. Dennoch habe ich mich heute morgen dazu entschieden, etwas persönlicher zu werden.


Bevor ich meine erste Geburt miterlebte, erlebte ich das Sterben meines Vaters. Und auch wenn ich hier über die vielen Parallelen der beiden Ereignisse sprechen könnte, geht es mir vor allem um eines: Darum, dass uns damals als Familie Raum gegeben wurde, dass wir Menschen zur Seite hatten, die uns begleiteten, die uns Zeit gaben, und einfach für uns da waren. Und ich glaube, dass die Art, wie wir diese lebensverändernden, einschneidenden Ereignisse erleben, wahnsinnig wichtig ist. Man sagt immer, dass Frauen die Schmerzen von der Geburt vergessen, bzw. diese nach der Geburt in den Hintergrund rücken, aber ich bin davon überzeugt, dass wir nie vergessen, wie wir uns in diesen Momenten gefühlt haben.

Als ich 2013 meine erste Geburt im Shiphrah Birthing Homeauf den Philippinen erlebte, war ich beeindruckt und ergriffen, von dem was ich sah. Und auch etwas verwundert, weil ich ein anderes Bild von Geburten hatte als das, was ich dort erlebte. Ich fragte mich, wo die ganze Hektik, die ich aus den Geburten im Fernsehen kannte, blieb. Was ich vorfand, war eine friedvolle, ruhige Atmosphäre, Frauen, die im Kreise ihrer Liebsten ihre Kinder auf die Welt brachten in der Position, wie sie sich am wohlsten fühlten mit einer so liebevollen Fürsorge der, die dieses Ereignis mit ihnen teilten. Ich war zutiefst berührt.


Im Shiphrah-Geburtshaus geht es um so viel mehr als "nur" Geburt... Es geht um Nächstenliebe, um Respekt, auch um soziale Gerechtigkeit. Es geht darum, die zu stärken, die am Rande der Gesellschaft stehen, die Armen und Unterdrückten, die immer wieder hören, dass sie nichts wert sind, dass sie nichts können, dass sie schwach sind. Es geht darum, diesen Frauen eine würdevolle und sichere Geburt zu bieten und sie immer wieder zu ermutigen mit den Worten "Kaya mo yan - Du kannst das".


Und ich denke, dass dieses Bild auch auf das gemeinsame Leben in unserer Gesellschaft übertragbar ist. Wäre die Welt nicht eine bessere Welt, wenn wir uns immer wieder gegenseitig ermutigen, einander anspornen, füreinander da sind?


Gestern, als wir die Bilder aufhingen, sprach mich eine junge Mutter an, die hier im Evangelischen Diakoniekrankenhaus Freiburg vor zwei Monaten ihr Kind auf die Welt gebracht hat. Sie erzählte mir, wie schön ihre Geburt war und wie sie gestärkt aus ihrer Geburt hinausging. Aber sie erzählte mir auch, wie sie im Vorfeld als Schwangere diverse Horrorgeschichten hörte darüber, wie schlimm Geburten doch sind. Sie sagte mir, dass meine Bilder Geburten so widergeben, wie sie es für sich und ihre Familie erlebte und wie wichtig sie es findet, dass man dieses Bild von Geburten auch in unserer Gesellschaft ändert. Genau darum geht es mir mit meiner Ausstellung. Ja, die Fotos sind vor allem Erinnerungen für die Familien an diese unglaublichen Momente der Geburt, aber sie sich auch viel mehr: Sie sind Inspiration für andere Frauen, sie sollen ermutigen, und sie sollen helfen, das Bild von Geburten in unserer Gesellschaft zu einem positiven Bild zu wandeln.


Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit, diese Fotos mit Ihnen allen und mit jedem, der durch die Gänge dieses Stockwerkes geht zu teilen. Lassen Sie uns die Reise durch die Geburt starten mit den unterschiedlichen Stadien, den vielen verschiedenen Momenten der Geburt bis hin zum ersten Stillen nach der Geburt. Vielen Dank, dass Sie heute gekommen sind!


Zum Abschluss noch ein Dankeschön an Dani und Maria, die mir ihre Bilder zur Verfügung gestellt haben. Da war ich tatsächlich zu beschäftigt (und zu aufgeregt), selbst auch zu fotografieren. :-)


Liebe Grüße,

eure Isabell